Sonntag, 29. März 2009

hokus pokus!

zauber-künste im nordico (linz09, die 6)



das nordico – museum der stadt linz widmet 2009 der stadt und den linzer künstlerinnen und künstlern. eingeläutet wurde das kulturhauptstadtjahr mit der magischen präsentation ZAUBER-KÜNSTE im februar. gerne wird die geschichte von industrie und wiederaufbau, von kultur und zukunftsmusik erzählt. aber da gab es immer auch eine abergläubische seite, irrational und sensationslustig. regelmäßig traten in der stadt anhänger der weißen und schwarzen magie auf. deren geschichte wird im rahmen dieser ausstellung ausgebreitet.

ja und heute haben wir uns verzaubern lassen.











alles in allem war es zwar interessant - hätte aber ein hauch zauberhafter sein können!

kulturhauptstadt des führers

kunst und nationalsozialismus in linz und oberösterreich (linz09, die 5)



kulturvermittlung
„…was war eigentlich unerlaubt an dem Projekt, die eigene Jugendstadt zu einer kulturellen Metropole zu machen?“
(Albert Speer, Erinnerungen)

Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich rückte Linz für kurze Zeit in den Mittelpunkt nationalsozialistischer Machtphantasien. Die Kleinstadt, in der Adolf Hitler einen Teil seiner Jugend verbracht hatte, sollte nicht nur industriell, sondern auch kulturell ausgebaut werden. 1939 wurde die Hauptstadt des Reichsgaus Oberdonau zu einer der fünf „Führerstädte“ erklärt, deren Ausbau als künftiges Vorbild für nationalsozialistischen Städtebau dienen sollte. Bis in die letzten Kriegstage des Jahres 1945 setzte Hitler seine Planungstätigkeit für die „Heimatstadt Linz“ fort. Die Stadt Linz und der Gau Oberdonau versuchten von der Sonderstellung in kulturpolitischer Hinsicht zu profitieren. Wie sich aber bald zeigen sollte, wurden die meisten Planungen an Linz vorbei konzipiert und überdies kam nur ein geringer Teil zur Umsetzung. Das herausragendste und folgenschwerste dieser Vorhaben war die Idee zur Schaffung eines neuen Kunstmuseums für Linz – der „Sonderauftrag Linz“. Die Ausstellung im Schlossmuseum Linz thematisiert nicht nur die kulturellen Visionen, sondern verweist auch auf den kulturpolitischen „Alltag“ in der Zeit zwischen 1938 und 1945 und zeigt durch die Gegenüberstellung von Propaganda und Realität auch im Verborgenen liegende Facetten.
Welche Handlungsspielräume gab es für Künstlerinnen und Künstler in den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Theater und Musik in diesem Umfeld? Sind die Strategien und Positionierungen der heimischen Kunstschaffenden in der Präsentation ihres Werkes ablesbar? Wie zeigen sich in den Biographien Kontinuitäten und Brüche rund um die Jahre 1938 und 1945? Und nicht zuletzt: Wie gehen zeitgenössische Kulturschaffende mit dem kulturpolitischen „Erbe“ dieser Zeit um?

mission statement der stadt linz
http://www.linz09.at/de/mission-statement.html

zur ausstellung
... als neolinzerin (und leider nicht wirklich geschichtsinteressierte) muss ich sagen, kaum zu glauben, was in linz noch aus dieser zeit übriggeblieben ist ...
aus den "reichswerken hermann göring“ wurden die eisen- und stahlwerke VÖEST und die chemie linz. am ende der nibelungenbrücke - die bis heute so heißt, wie hitler es wollte - stehen die beiden brückenkopfgebäude, die einzigen realisierten gebäude in der innenstadt. in einem war bis vor kurzem das finanzamt untergebracht, jetzt "wohnen" dort die tourismuszentrale und „linz 09“.
man sieht auch pläne wie linz heute ausschauen würde, hätte hitler alle seine pläne umgesetzt!!

eine aussage (über ein restituiertes? bild), die dort so richtig breit gestanden ist hat sich in mein hirn gebrannt: (so, oder so ähnlich:) "ALS WIR ES WIEDERBEKOMMEN HABEN ROCH ES NACH TOD".

Samstag, 21. März 2009

freiwillige vor!!! .... mein erster einsatz ...

... im namen der kulturhauptstadt. (linz09, die 4)

der kranke hase

//verrückt nach linz
es war einmal ein hase mit verletzten läufen. er wurde von zwergen der grottenbahn des pöstlingbergs jahrzehntelang gepflegt und war allen menschen unten im tal als der ‚kranke hase’ bekannt. generationen von kindern hatten mitleid mit dem tier, das sich nicht bewegen konnte...

so genügsam könnte die geschichte der märchenfigur weiter erzählt werden, hätte sich nicht etwas wesentliches verändert: er ist weg! der kranke hase ist nach linz ver-rückt.
der kranke hase geht um in linz. und mit ihm die fragen nach gewohnheiten, scheinbaren geborgenheiten, nach den grenzen von kranksein und lebendigsein, nach mitgefühl, ungeduld und genervt sein. es drängt sich die grosse frage auf: wie viel verrücktheit verträgt provinz?

rechtzeitig zum frühlingsbeginn eröffnete das baumhaus des kranken hasen im volksgarten.





... mit musik , einem zauberer, einer nichtgeburtstagsfeier, ... verkleidung in die man schlüpfen konnte um sich anschließend als wer anderer ein bussi zu geben.

tja, kunst darf einfach alles. :-)

zum blog des kranken hasen http://www.derkrankehase09.com/

das war aber noch nicht alles ... dieses kunstprojekt, das den menschen neue möglichkeiten der wahrnehmung und des erlebens eröffnet kann noch bis ende oktober besucht werden!

deshalb: sich einfach mal öffnen, gewohntes verändern, mehr geniesen und linz ein bisschen verrückter machen. :-)

Montag, 9. März 2009

was sagt der schnee von gestern über das klima von morgen?

start ins kulturhauptstadtjahr .... mit meinem cousinchen. (linz09, die 1)

ja, am 9. märz war es soweit. ich startete mit meinem cousinchen christine ins kulturhauptstadtjahr ... und zwar mit einem besuch im kepler-salon.

was ist der keplersalon?
der astronom und mathematiker johannes kepler wohnte in den jahren 1612 bis 1627 in linz. er gehört mit galilei und newton zu den wichtigsten begründern und vertretern der naturwissenschaften und fungiert als patron und namensgeber für den kepler salon.

das ehemalige wohnhaus von johannes kepler in der rathausgasse 5 wird im kulturhauptstadtjahr zum ort des dialogs der wissenschaften mit der bevölkerung und den gästen von linz.

kurz: die veranstaltungen im kepler salon sind dialogisch und unterscheiden sich somit von fachsymposien. das publikum wird ermutigt alles zu fragen und zu hinterfragen.
zu den inhalten: es wird das gesamte spektrum der wissenschaften behandelt: natur und technik, medizin, geistes-, kultur- und kunstwissenschaften.

im ersten besuch des keplersalons gings darum, was sagt der schnee von gestern über das klima von morgen zu sagen hat?
teilweise sehr "radikale" ansichten - nachzulesen unter:

http://www.kepler-salon.at/de/Veranstaltungen/Was-sagt-der-Schnee-von-gestern-ueber-das-Klima-von-morgen-aus-Zur-Rekonstruktion-von-Klimaextremen-und-ihren-Deutungs-mustern


bar im keplersalon


keplersalon

und schon zwei tage später gaben wir uns dem komplett konträren thema hin: die gegenwärtige klimaerwärmung sei nichts neues ...

angst vor dem klimawandel?
was wir aus der klimageschichte dazu lernen können (linz09, die 2)

anhand der gletscher- und vegetationsentwicklung im gebirge lässt sich verdeutlichen, dass die gegenwärtige klimaentwicklung nicht außergewöhnlich ist. ohne menschlichen einfluss waren 65 % der letzten 10.000 Jahre wärmer als heute. analysen an polaren eisbohrkernen bestätigen diesen verlauf. die klimazukunft hingegen ist nicht vorhersagbar.

mit anderen worten: klimaextreme gab es schon immer - früher waren nur die erholungsphasen dazwischen länger.